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Echt.

  • Autorenbild: Daniel Kneubühl
    Daniel Kneubühl
  • vor 2 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

In einer Zeit, in der Bilder in Sekunden erschaffen werden können, werde ich manchmal gefragt:

Ist dieses Bild echt?“ oder "Ist das mit KI gemacht?"


Eine berechtigte Frage.

Sternenhimmel, Eisberge im goldenen Licht, Städte im perfekten Moment – vieles wirkt heute beinahe zu schön, um wahr zu sein.


Meine Antwort ist einfach.

Ja. Es ist echt.


Ich fotografiere in RAW.

Ich entwickle meine Bilder in Lightroom.

Ich arbeite mit Licht, Kontrast und Farbe – so wie man früher in der Dunkelkammer gearbeitet hat.


Aber ich erfinde nichts.

Ich füge nichts hinzu, was nicht da war.

Ich ersetze keinen Himmel.

Ich baue keine Landschaft neu.



Fliegenpilz mit Focus Stacking
Fliegenpilz mit Focus Stacking

Ein gutes Beispiel ist ein Makrobild eines Fliegenpilzes im Wald – wie im Projekt „Nah dran“ zu sehen.

Auf den ersten Blick wirkt er fast surreal. So klar, so durchgehend scharf, dass man meinen könnte, hier sei künstlich nachgeholfen worden.


Tatsächlich habe ich Focus Stacking eingesetzt: mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokuspunkten, später zu einem Bild zusammengefügt.


Nicht um etwas zu erfinden.

Sondern um das sichtbar zu machen, was ich vor Ort gesehen habe – die feine Struktur des Hutes, die Textur des Bodens, die Tiefe im Moos.


Für mich unterstützt Technik die Wahrnehmung.

Sie ersetzt sie nicht.


Fotografie bedeutet für mich Beobachtung.

Geduld. Präsenz.


Ich war dort.

Ich habe gewartet.

Ich habe das Licht kommen sehen.


Ein Bild entsteht nicht am Bildschirm – sondern im Moment.


Echt ist für mich kein Qualitätsmerkmal.

Es ist eine Entscheidung.


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