Basler Fasnacht 2026
- Daniel Kneubühl

- 26. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Eine kleine Reportage über „Die drey scheenschte Dääg“ in Basel.
13 Grad. Frühlingshaft schön.
Die Luft über der Altstadt von Basel fühlt sich heute leichter an als damals. Und doch trägt sie denselben Klang. Vor rund 35 Jahren stand ich selbst im Cortège. Piccolo in der Hand. Der Atem kalt, die Finger steif, aber das Herz brennend. Zwei Fasnachten später tauschte ich das zarte, durchdringende Pfeifen gegen die Trompete in einer Guggenmusig. Mehr Druck. Mehr Lärm. Mehr Herzschlag. Ja, das ist mehr mein Ding. Ich gebe es zu.
Heute stehe ich am Rand.
Mit meiner Leica.
Und es ist ein eigenartiges Gefühl: Ich kenne jedes kleine Gässlein, jede Abzweigung, jeden versteckten Innenhof. Ich weiss, wo das Licht am Nachmittag zwischen den Häusern einfällt. Wo die Schatten länger bleiben. Wo die Cliquen kurz Pause machen und einen „Wysse“ schlürfen.
Ich sehe die Piccolos – und in mir spielt es mit.
Ich höre die Trompeten der Guggen – und mein Brustkorb vibriert noch immer im Takt. Vor allem die „Schotte Clique“ haben es mir angetan. Wie jedes Jahr.
Als Zuschauer zu fotografieren ist anders. Man sucht nicht den Einsatz. Man sucht den Moment. Ein Blick unter der Larve. Eine Hand, die den Takt klopft. Kondensierter Atem über einer Trommel. Farbe auf altem Stein.
Es ist warm heute. 13 Grad. Fast ungewohnt mild für die Fasnacht. Früher fror man mehr – vielleicht war es aber auch einfach das andere Lebensalter.
Was geblieben ist:
Diese Mischung aus Stolz, Melancholie und kindlicher Freude.
Ich laufe durch die Gassen und merke:
Man verlässt eine Clique.
Aber die Fasnacht verlässt einen nie.
Und während ich durch den Sucher schaue, bin ich beides – der junge Piccolospieler von damals und der reife Fotograf von heute.
Vielleicht ist genau das das schönste Bild dieses Tages.
Aber nun zu einzelnen Bildern der diesjährigen Basler Fasnacht.
Viel Vergnügen!














