Fastnacht in Murten 2026
- Daniel Kneubühl

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Meine erste Murten Fastnacht. Ja, in Murten heisst es wirklich Fastnacht mit t. Es ist sicher nicht meine letzte. Das Besondere dieses Jahr: Die Näbelhüüler aus Ebikon sind zu Gast!
Die Näbelhüüler – wenn der Platz zu beben beginnt
Manchmal entdeckt man eine Fasnacht zum ersten Mal – und merkt sofort, dass man wiederkommen wird.

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal an der Murten Fastnacht. Und schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, mitten in etwas Besonderem zu stehen.
Die Sonne lag warm auf den Häuserfassaden der Altstadt. 16 Grad, ein richtig schöner Frühlingstag. Menschen standen dicht gedrängt in der Hauptgasse, ein Bier in der Hand, erwartungsvoll, als würde gleich etwas passieren...
Es gibt Guggenmusigen, die hört man. Und es gibt Guggenmusigen, die spürt man. Die Näbelhüüler gehören für mich seit Jahren zu dieser zweiten Kategorie.
Vielleicht ist es ihre unglaubliche Präzision. Vielleicht diese Vielzahl an Blechinstrumenten. Vielleicht diese rohe Energie der Trommeln. Vielleicht die wilden Grinde (Masken), die gleichzeitig etwas Düsteres und etwas Humorvolles haben. Wahrscheinlich ist es einfach die Mischung aus allem. Wenn sie spielen, merkt man sofort: Hier stehen Menschen auf der Bühne, die ihre Fasnacht lieben. Und der Tambourmajor macht es vor und dirigiert mit voller Leidenschaft. Und genau das überträgt sich auf das Publikum.
Darum freue ich mich jedes Jahr, wenn ich sie irgendwo höre – und hoffe immer, dass der Moment noch ein wenig länger dauert.

Die Näbelhüüler aus Ebikon marschierten durch die Hauptgasse – und plötzlich verwandelte sich die ganze Altstadt in eine Bühne.
Ihre Grinde (so heissen die Masken in Luzern) sind unverkennbar: grob, wild, fast etwas unheimlich. Figuren mit müden Augen, schiefen Gesichtern und rauem Ausdruck. Genau diese Mischung aus Fasnachtshumor und leichtem Grusel macht ihren Stil so einzigartig.
Zwischen Trommeln, Trompeten und Posaunen bewegen sich die Musiker mit einer Selbstverständlichkeit durch die Menge. Alles wirkt kraftvoll, laut, präzise – und gleichzeitig unglaublich lebendig. Ich habe viele Guggenmusigen erlebt in meinem Leben. Aber die Näbelhüüler gehören für mich seit Jahren zu den ganz grossen.
In Luzern konnte ich sie dieses Jahr nur kurz beim Umzug sehen. Ein paar Minuten im Vorbeiziehen.
In Murten dagegen bekam ich das volle Erlebnis: zwei Bühnenkonzerte.
Und da merkt man erst, was diese Gugge wirklich ausmacht. Die Trompeten leuchten in der Sonne. Die Posaunen schieben den Rhythmus nach vorne. Die Trommler treiben das Ganze mit einer Energie an, die den ganzen Platz mitreisst. Und dann dieser Moment, wenn plötzlich alle Instrumente zusammenkommen.

Ein Klang, der durch die Gassen und Lauben von Murten zieht.
Ich stand mittendrin, die Leica in der Hand, und dachte: Manchmal braucht es nicht viel. Eine kleine Stadt. Viele Fasnächtler und Zuschauerinnen. Ein warmer Frühlingstag. Und eine Guggenmusig, die einfach legendär ist.

Klar: Auch die übrigen Gastguggen und die heimischen Guggenmusigen haben mir sehr gut gefallen. Aber dieses Journal wollte ich im Speziellen der Guggenmusig Näbelhüüler widmen.
Danke Murten, für diese schöne Fastnacht!
Danke Näbelhüüler!
















