Mabel vor meiner Leica

Zwei Tage, eine neue Kamera – und ganz viel Mabel
3.–4. September 2026
Manchmal braucht es keine grosse Reise und keinen spektakulären Ort für eine kleine fotografische Geschichte. Manchmal reicht Mabel. Und vielleicht eine neue Kamera. 😇
Am ersten Tag nahm ich meine neue Leica SL3-P mit in die Hundeschule. Mit dabei war auch das neue Sigma 70–200 mm. Es war das erste Mal, dass ich diese Kombination ausprobierte – und eigentlich auch das erste Mal, dass ich mit der neuen Kamera richtig fotografierte.
Während meiner Zeit mit Nikon war das 70–200mm mein absolutes Lieblingsobjektiv. Entsprechend gespannt war ich, wie sich diese für mich so vertraute Brennweite nun an der Leica anfühlen würde – und natürlich auch, was das für seine Schärfe hochgelobte Sigma zu leisten vermag.

Die Hundeschule war dafür eigentlich ein ziemlich guter Ort. Mabel ist dort aufmerksam, in Bewegung, mal ganz bei der Sache und im nächsten Moment wieder typisch Mabel. Für mich bedeutete das: beobachten, reagieren, Ausschnitte suchen – und gleichzeitig herausfinden, wie sich die neue Kamera und das lange Zoom in der Praxis anfühlen.
Noch war da dieses bewusste Ausprobieren. Wie schnell reagiert der Autofokus? Wie gut kann ich Mabel verfolgen? Wie fühlt sich die SL3-P mit dem grossen 70–200er an? Und wie zuverlässig findet sie Mabels Augen im schwarzen Fell?
Es waren erste Bilder mit einer neuen Kombination.
Aber bereits Bilder, bei denen ich merkte: Das könnte passen.
Einen Tag später
Am nächsten Tag war das Sigma nicht mehr dabei.
Auf der SL3-P sass mein APO-Summicron-SL 90 mm.
Eigentlich ein Objektiv, das ich zunächst vor allem als wunderbares Portraitobjektiv gesehen hatte. Ein Objektiv für Ruhe, Nähe, Freistellung und diesen ganz besonderen Blick auf ein Gesicht.
Und dann kam Mabel.
Im Bonstettenpark am Thunersee. Mabel kam auf dem Waldweg direkt auf mich zugelaufen. Genau jene Situation, die fotografisch so einfach aussieht und technisch ziemlich anspruchsvoll ist: Ein Hund, der frontal auf die Kamera zurennt und mit jedem Schritt die Distanz verändert.
Der Fokus sass. Weit besser als noch letztes Wochenende mit der Q3 43.
Und plötzlich war das 90er für mich nicht mehr nur das Objektiv für das schöne, ruhige Portrait.
Es konnte auch Mabel in Bewegung.
Das Bild, das bleibt
Mein Lieblingsbild dieser beiden Tage entstand am Wasser.

Mabel kommt aus dem Thunersee auf mich zugerannt. Nass. Wild. Glücklich. Den Stock quer im Maul. Überall fliegen Wassertropfen im Gegenlicht. Am Thunersee.
Es zeigt diese Lebensfreude, die Energie und diesen wunderbaren Übermut, den Mabel haben kann. Und es zeigt einen Sekundenbruchteil, den ich ohne Kamera vermutlich gesehen – und kurz darauf wieder vergessen hätte.
Jetzt bleibt er.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, weshalb mir Fotografie nach all den Jahren noch immer so viel bedeutet.
Nicht die Kamera.
Nicht das Objektiv.
Nicht die technischen Daten.
Sondern die Möglichkeit, aus einem Augenblick eine Erinnerung zu machen.
Und dann wird es plötzlich ruhig
Zwischen all den bewegten Bildern entstand auch dieses Portrait von Mabel.

Kein Rennen. Kein Wasser. Keine fliegenden Tropfen. Nur Mabel und diese unglaublichen bernsteinfarbenen Augen in ihrem schwarzen Fell.
Und wenn ich die Bilder dieser beiden Tage nebeneinander betrachte, gefällt mir gerade dieser Gegensatz besonders.
Da ist die wilde Mabel, die mit einem Stock aus dem Thunersee rennt.
Da ist die konzentrierte Mabel in der Hundeschule.
Da ist die Mabel, die mir auf dem Waldweg entgegenkommt.
Und da ist diese ruhige Mabel, die irgendwohin schaut und für einen kurzen Moment einfach nur da ist.
Alles die gleiche Mabel.
Vielleicht beginnt hier etwas Neues
Mabel ist inzwischen längst ein wichtiger Teil ❤️ unseres Lebens geworden.
Und vielleicht habe ich in diesen zwei Tagen etwas entdeckt, das über das Ausprobieren meiner neuen Leica hinausgeht. Ich möchte nicht einfach möglichst viele schöne Fotos von Mabel machen.
Ich möchte ihre Geschichte fotografieren. Wie sie sich entwickelt. Wie sie erwachsen wird. Was sie entdeckt. Ihre wilden Momente und ihre stillen. Unsere Spaziergänge, Reisen und kleinen Abenteuer. Vielleicht auch die ganz gewöhnlichen Tage, die uns heute selbstverständlich erscheinen und irgendwann besonders wertvoll sein werden.
Die SL3-P und die beiden Objektive werden dabei ihre Rollen finden. Das Sigma 70–200 für die Freiheit und Flexibilität. Das 90er für Nähe – und, wie ich jetzt weiss, durchaus auch für Action.
Aber am Ende ist das alles nur Werkzeug. Aber ein geniales Werkzeug.
Die eigentliche Geschichte steht auf vier Pfoten vor meiner Kamera.








