Im Rhythmus Afrikas
- Daniel Kneubühl

- 27. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Sawubona, South Africa 🇿🇦
Nach drei Tagen auf See — vorbei an der gewaltigen Küste Madagaskars — sind wir heute Morgen in Südafrika angekommen. In Richards Bay.
Schon früh standen wir an Deck. Die Luft fühlte sich anders an als noch im Indischen Ozean rund um Mauritius oder die Seychellen. Kühler. Erdiger. Irgendwie afrikanischer. Während die Oceania Regatta langsam in den Hafen glitt, lag über allem diese besondere Stimmung eines neuen Kontinents.
Drei Tage lang hatten uns nur Meer, Himmel, Wind und Gedanken begleitet. Wir sahen Madagaskar am Horizont vorbeiziehen, genossen Sonnenaufgänge auf Deck und dieses entschleunigte Leben mitten auf dem Ozean. Und nun plötzlich Afrika. Der Kontinent, von dem so viele Geschichten, Bilder und Sehnsüchte ausgehen.
Richards Bay selbst wirkt zunächst ruhig und unspektakulär. Doch genau hier beginnt für uns heute ein neues Kapitel dieser Reise. Eines, auf das ich mich ganz besonders freue.
Safari-Tag. 🌿🦒

Heute geht es hinaus in die Natur Südafrikas.
Ins Buschland. Dorthin, wo man Afrika nicht nur sieht, sondern spürt. Schon die Fahrt dorthin war spannend. Unser Car führte uns vorbei an endlosen Eucalyptus- und Gummibaumwäldern, an kleinen Siedlungen und grossen Ananas-Plantagen. Immer wieder wechselte die Landschaft. Das Licht wurde weicher, die Farben wärmer. Und langsam stellte sich dieses besondere Gefühl ein, wirklich in Afrika angekommen zu sein.
Zulu Nyala Private Game Reserve
Unser Ziel war das Zulu Nyala Private Game Reserve.
Nach einem feinen Lunch stiegen wir in offene Jeeps um. Genau dieser Moment hatte etwas Magisches. Der Geruch von Staub und trockenem Gras lag in der Luft. Der Fahrtwind strich durchs Gesicht. Und plötzlich wurde aus einer Reise ein echtes Safari-Erlebnis.
Schon nach kurzer Zeit tauchten die ersten Tiere auf. Und von da an schien Afrika uns heute beschenken zu wollen.
Wir sahen unzählige Nashörner — einige davon mit ihren Jungen. Giraffen, die majestätisch durch das Buschland zogen. Einen gewaltigen afrikanischen Elefanten. Impalas, Kudus, Wasserbüffel, Gnus und Warzenschweine, die mit ihren lustigen Schwänzchen immer wieder davonrannten. Ein Krokodil lag beinahe regungslos am Wasser. Und irgendwo im See versteckte sich ein Nilpferd, das sich nur ganz kurz zeigte, bevor es wieder im Wasser verschwand.
Es war einer dieser Tage, an denen man kaum noch spricht. Weil die Natur alles übernimmt.
Giraffen 🦒
Giraffen berühren mich immer wieder auf eine ganz besondere Weise. Sie wirken gleichzeitig elegant und irgendwie unwirklich. Fast wie Wesen aus einer anderen Welt.
Mit ihrer Ruhe bewegen sie sich durch die Landschaft, als hätte es niemals Hektik gegeben auf dieser Erde. Beeindruckend ist auch ihre Grösse: Giraffen sind die höchsten landlebenden Tiere der Welt und können bis zu sechs Meter hoch werden. Und trotzdem wirken ihre Bewegungen weich und fast schwerelos.

Besonders schön war es, sie zwischen den Bäumen zu beobachten, wie sie aufmerksam innehielten und uns aus ihren grossen dunklen Augen musterten.
Afrikanischer Elefant 🐘
Dann plötzlich dieser Moment: Ein riesiger afrikanischer Elefant stand nur wenige Meter von unserem Jeep entfernt.

So gross. So kraftvoll. Und gleichzeitig strahlte dieses Tier eine unglaubliche Ruhe aus.
Afrikanische Elefanten sind die grössten Landsäugetiere unseres Planeten. Ihre soziale Intelligenz fasziniert Wissenschaftler bis heute. Sie erinnern sich an Wasserstellen über viele Jahre hinweg und pflegen enge familiäre Bindungen. Mich beeindruckte vor allem diese stille Präsenz. Man spürt sofort: Dieses Tier braucht keine Hektik, keine Show. Allein seine Existenz erfüllt den Raum.
Nashörner mit ihren Jungtieren 🦏
Die Nashörner waren heute wohl unsere häufigsten Begegnungen. Immer wieder entdeckten wir sie zwischen Büschen und Grasflächen.

Besonders berührend waren die Tiere mit ihren Jungtieren. Diese kleinen Nashörner, die eng bei ihren Müttern blieben, wirkten gleichzeitig stark und verletzlich.
Wenn man bedenkt, wie bedroht Nashörner heute durch Wilderei sind, bekommen solche Begegnungen nochmals eine ganz andere Bedeutung. Viele Reservate in Südafrika schützen diese Tiere mit enormem Aufwand.
Und dann dieses erst ein paar Monate alte Baby mit seiner Mutter:

Vielleicht berührten mich die Nashörner deshalb so stark: Sie wirken uralt, kraftvoll und gleichzeitig erstaunlich friedlich.
Impalas 🦌 und Gnus
Die Impalas begegneten uns fast überall. Elegant, aufmerksam und unglaublich schnell. Immer wieder standen sie plötzlich mitten im Buschland und verschwanden Sekunden später mit riesigen Sprüngen im hohen Gras.
Impalas gehören zu den bekanntesten Antilopen Afrikas. Ihre Beweglichkeit und Schnelligkeit sind überlebenswichtig, denn sie stehen bei vielen Raubtieren auf dem Speiseplan.
Trotzdem wirkten sie auf mich nicht ängstlich, sondern wachsam. Voller Energie. Voller Leben.
Die Gnus faszinierten mich mehr, als ich erwartet hätte.Mit ihren kräftigen Körpern, den wachen Augen und dieser eigenwilligen Mischung aus Ruhe und Nervosität wirkten sie wie Sinnbilder der afrikanischen Wildnis selbst. Immer wieder standen sie einfach da, aufmerksam lauschend, bereit, im nächsten Moment gemeinsam loszustürmen.
Und genau dieses Zusammenspiel aus Gelassenheit und Instinkt machte sie für mich so spannend. Nicht majestätisch wie Löwen. Nicht elegant wie Giraffen. Aber unglaublich ursprünglich. Fast wie aus einer anderen Zeit. 🐃🌾
Warzenschweine 🐗
Und dann waren da noch die Warzenschweine. Ich musste immer wieder schmunzeln. Kaum entdeckten sie unseren Jeep, rannten sie mit aufgestelltem Schwanz davon — fast comicartig. Genau so, wie man sie aus Dokumentationen kennt. Dabei sind Warzenschweine erstaunlich robuste Tiere. Sie knien beim Fressen oft auf ihren Vorderbeinen und leben in Familiengruppen zusammen.
Auch solche kleinen, fast humorvollen Begegnungen gehören zu einer Safari dazu. Nicht nur die grossen und majestätischen Tiere machen Afrika aus, sondern auch diese liebenswerten, eigenwilligen Charaktere.
Zebras 🦓
Die Zebras gehörten für mich zu den schönsten Begegnungen dieses Tages.Ihre schwarzen und weissen Streifen wirkten in der warmen Landschaft Afrikas fast wie gemalt — als hätte die Natur selbst ein Kunstwerk erschaffen. Und doch ist jedes Zebra einzigartig. Kein Muster gleicht dem anderen.
Besonders berührte mich ihre Ruhe. Wie sie gemeinsam durch das Gras zogen, aufmerksam, verbunden, fast friedlich. Zwischen all den wilden Tieren strahlen Zebras etwas Sanftes aus. Etwas Elegantes.
Und fotografisch sind sie natürlich ein Traum 🤍🖤
Was für ein Tag
Erst gegen 19 Uhr erreichten wir wieder die Oceania Regatta. Müde, staubig und voller Eindrücke liefen wir fast direkt weiter in den Polo Grill im 10. Stock.
Es ist schwer zu beschreiben, wie besonders es sich anfühlt, diesen Wildtieren so nahe zu sein. Nicht im Zoo. Nicht im Fernsehen. Sondern mitten in ihrer Welt.
Noch lange gingen mir die Bilder dieses Tages durch den Kopf. Die weite Landschaft. Das warme Licht. Die Ruhe der Tiere. Der Geruch des Buschlands.
Erfüllt gehe ich heute Abend ins Bett. Und Zululand - wie es hier heisst - bleibt noch lange in meinem Herzen.
Ngiyabonga futhi sala kahle, Zululand 🇿🇦✨
(Danke und auf Wiedersehen, Zululand)
… und die Reise geht weiter … 🛳️
















































