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Mauritius – zwischen Vulkanen, Spiritualität und tropischem Licht 🌴

  • Autorenbild: Daniel Kneubühl
    Daniel Kneubühl
  • vor 11 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Bonzur Moris 🌴🌈


Der Tag begann mit einem Geschenk der Natur.


Als ich am Morgen aus dem Fenster blickte, spannte sich plötzlich ein perfekter doppelter Regenbogen über den Hafen von Mauritius. Die dunklen Wolken, das warme Licht und die intensiven Farben wirkten beinahe surreal. Für einen kurzen Moment stand die Zeit still. Was für ein Auftakt für unseren Tag auf dieser faszinierenden Insel.


Regenbogen
Regenbogen über dem Cruise Port

Mauritius empfing uns nicht einfach als Badeinsel im Indischen Ozean. Mauritius zeigte sich lebendig, vielfältig und voller Kontraste. Und nun ging es los auf Erkundungstour!


Trou aux Cerfs – Mauritius als Vulkaninsel

Unser erster Halt führte uns zum Trou aux Cerfs, einem erloschenen Vulkankrater mitten im Herzen der Insel.


Oben wechselte das Wetter ständig. Dunkle Wolken zogen vorbei, kurz darauf brach wieder Licht durch die Landschaft. Vom Kraterrand blickten wir tief in die üppig grüne Vegetation. Gleichzeitig öffneten sich immer wieder Blicke auf die markanten vulkanischen Berge der Insel. Erst dort oben wurde mir bewusst, wie stark Mauritius bis heute von seinem vulkanischen Ursprung geprägt ist.



Der Krater selbst ist rund 300 Meter breit und mehrere Millionen Jahre alt. Heute ist er vollständig mit dichter Vegetation bewachsen. Fast wie eine kleine verlorene Welt mitten auf der Insel.


Mauritius überraschte mich landschaftlich enorm. Ich hatte Palmen und Strände erwartet. Doch die Insel ist viel grüner, wilder und dramatischer, als ich gedacht hätte.


Chamarel – tropischer Regenwald und stille Naturmomente

Besonders eindrücklich war später die Region rund um Chamarel. Dort zeigte sich Mauritius beinahe wie ein tropischer Urwald. Dichte Wälder, riesige Palmen, feuchte Luft und überall dieses intensive Grün.


Junges Palmenblatt

Mitten darin fiel mir plötzlich ein einzelnes junges Palmenblatt auf, das hell zwischen all den dunkleren Blättern leuchtete. Ein kleines Detail — und doch eines meiner Lieblingsbilder des Tages. Vielleicht weil es so schön zeigte, wie lebendig und kraftvoll Natur sein kann.


Gerade solche kleinen Szenen faszinieren mich auf Reisen oft fast mehr als die grossen Sehenswürdigkeiten. Sie erzählen Geschichten.


Der Wasserfall von Chamarel

Nicht weit entfernt erreichten wir den berühmten Chamarel-Wasserfall.


Über hundert Meter stürzt das Wasser dort in eine gewaltige Schlucht hinunter. Umgeben von dichter Vegetation und dunklen Basaltfelsen wirkte die Landschaft beinahe mystisch. Schwere Wolken hingen über dem Tal, das Licht wechselte ständig zwischen hell und dunkel.


Wasserfall von Chamarel

Mauritius zeigte sich hier nicht als perfekte Postkarteninsel, sondern als wilde und ursprüngliche Naturinsel.


Wasserfall bei Chamarel Mauritius

Was mich besonders faszinierte, war die Kraft dieses Wasserfalls — und gleichzeitig die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlte. Man hört das Wasser rauschen, spürt die feuchte Luft und blickt in diese tief eingeschnittene tropische Landschaft.


Die "Seven Colored Earths"

Und dann standen wir plötzlich vor einer Landschaft, die beinahe unwirklich wirkte: die Seven Colored Earths von Chamarel.


Sanfte Hügel in Rot-, Braun-, Violett- und Ockertönen zogen sich wie Wellen durch die Landschaft. Millionen Jahre alte vulkanische Erde hatte hier ein Naturkunstwerk geschaffen. Eisen und Aluminium sorgen für diese intensiven Farben, die sich selbst nach starkem Regen kaum vermischen.


Seven Colored Earth - Mauritius

Gerade die weichen Formen und Farben machten diesen Ort so faszinierend. Still und wunderschön.



Die „Sieben Erden“ erinnerten mich überraschend an Nordlichter. Mit dem blossen Auge erkennt man die Farben zwar. Sanft. Zurückhaltend. Fast scheu. Doch erst durch die Kamera — und später in der behutsamen Entwicklung der Bilder — beginnt ihre ganze Schönheit zu leuchten.


Plötzlich erscheinen die warmen Rottöne, weiches Ocker, violette Nuancen und dieses fast unwirkliche Spiel aus Erde, Licht und Zeit. Als würde die Landschaft ihre Farben nicht sofort zeigen wollen. Sondern erst jenen, die bereit sind, genauer hinzusehen. Vielleicht liegt genau darin ihre Magie.


Vielleicht für viele nicht spektakulär auf den ersten Blick. Irgendwie geheimnisvoll. Ich bin fasziniert. ✨


Grand Bassin – Spiritualität im Nebel

Später führte uns der Weg nach Grand Bassin, auch Ganga Talao genannt — einem der wichtigsten hinduistischen Pilgerorte ausserhalb Indiens.


Leichter Regen fiel auf den stillen Kratersee, Nebel zog über das Wasser, und zwischen den Bäumen tauchten immer wieder Tempel und Figuren auf. Genau diese mystische Stimmung machte diesen Ort für mich so besonders.



Der Hinduismus prägt Mauritius bis heute stark. Viele Menschen auf der Insel haben indische Wurzeln. Tempel, Gebete, Opfergaben und spirituelle Symbole gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag.


Ich hatte nie das Gefühl, einfach nur einen touristischen Ort zu besuchen. Vielmehr fühlte es sich an, als dürften wir einen kleinen Einblick in eine lebendige und tief verwurzelte Glaubenswelt erhalten.


Shiva und Durga – Kraft und Ruhe

Besonders eindrücklich waren die riesigen Shiva- und Durga-Statuen.



Audio cover
Klänge bei Shiva

Die gewaltige Shiva-Statue ragte majestätisch in den Himmel. Shiva gilt im Hinduismus als Symbol für Wandel, Meditation und innere Ruhe. Trotz seiner monumentalen Grösse wirkt die Statue friedlich und beinahe meditativ.


Ebenso beeindruckend war die 33 Meter hohe Durga-Statue — die grösste Durga-Statue der Welt. Durga gilt als Göttin der Stärke und des Schutzes. Die vielen Arme symbolisieren ihre göttlichen Kräfte. Trotz dieser Kraft strahlt ihr Gesicht eine unglaubliche Ruhe aus.


Gerade diese Mischung aus Stärke und Frieden faszinierte mich.


Die Vielfalt des Hinduismus


Je länger wir am Grand Bassin unterwegs waren, desto mehr entdeckten wir kleine Figuren und Heiligtümer entlang des stillen Sees. Jede Statue erzählte ihre eigene Geschichte.


Besonders faszinierte mich die Vielfalt der hinduistischen Welt. Anders als viele westliche Religionen kennt der Hinduismus unzählige Gottheiten, Erscheinungsformen und spirituelle Symbole. Viele davon stehen für bestimmte Eigenschaften des Lebens: Schutz, Weisheit, Glück, Mitgefühl oder inneren Frieden.


Die Elefantengestalt von Ganesha gehört zu den bekanntesten Figuren des Hinduismus. Er gilt als Beseitiger von Hindernissen und als Gott des Neuanfangs, der Weisheit und des Glücks.



Immer wieder begegneten wir Shiva-Darstellungen — mal ruhig meditierend, mal kraftvoll mit Dreizack dargestellt.


Auch Sai Baba begegnete uns am Seeufer. Für viele Menschen gilt er als spiritueller Lehrer und Symbol für Mitgefühl, Bescheidenheit und Menschlichkeit.


Besonders schön fand ich, wie farbig und lebendig all diese Figuren gestaltet sind. Blumenketten, Stoffe, Opfergaben und kräftige Farben verleihen den Statuen etwas sehr Menschliches und Warmes.


Die heilige Kuh


Am Grand Bassin begegnet man nicht nur Göttern und spirituellen Figuren, sondern auch einem der wichtigsten Symbole des Hinduismus: der heiligen Kuh.


Heilige Kuh

Still lag sie dort im Regen, neben Shiva, geschmückt mit Blumenketten und Opfergaben. Ihr ruhiger Blick wirkte beinahe sanft und friedlich.


Im Hinduismus gilt die Kuh als heiliges Tier. Sie symbolisiert Leben, Fürsorge, Fruchtbarkeit und Grosszügigkeit. Weil sie Milch schenkt und seit Jahrhunderten eng mit dem Leben der Menschen verbunden ist, wird sie vielerorts mit grossem Respekt behandelt.


Mich faszinierte dabei weniger die religiöse Bedeutung allein, sondern vielmehr diese stille Selbstverständlichkeit, mit der Spiritualität hier gelebt wird.




Begegnungen mit Tieren


Zwischen all den grossen Landschaften berührten mich aber oft auch die kleinen Momente besonders.


Affenmutter mit Baby

Eine Affenmutter, die ihr Junges eng an sich drückte. Die grossen neugierigen Augen des kleinen Affen. Diese stille Szene voller Geborgenheit mitten im Wald.



Oder die riesigen Aldabra-Schildkröten, die sich mit unglaublicher Ruhe über das Gelände bewegten. Manche dieser Tiere werden weit über hundert Jahre alt. Während unsere Welt immer schneller wird, leben sie einfach weiter in ihrem ganz eigenen Tempo.



Vielleicht können wir Menschen von solchen Tieren manchmal mehr lernen, als wir denken.


Mauritius neu entdecken


Auch die tropischen Pflanzen faszinierten mich immer wieder. Intensive Farben, exotische Formen und überall dieses satte Grün. Mauritius fühlte sich manchmal an wie ein riesiger botanischer Garten.



Je länger der Tag dauerte, desto mehr verstand ich diese Insel.


Mauritius ist weit mehr als ein Ferienparadies mit türkisfarbenem Meer. Die Insel erzählt Geschichten von Vulkanen, Religionen, Kulturen, Natur und Menschen. Genau diese Vielfalt macht ihren Zauber aus.


Und vielleicht war genau das mein schönster Gedanke dieses Tages:


Dass Reisen dann am schönsten wird, wenn Orte mehr zeigen als das, was man ursprünglich erwartet hatte...


… und die Reise geht gemütlich weiter … 🛳️ 





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