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Zwischen Granitfelsen, Riesenschildkröten und kreolischer Seele

  • Autorenbild: Daniel Kneubühl
    Daniel Kneubühl
  • vor 14 Stunden
  • 11 Min. Lesezeit

Seychellen und seine 115 Inseln


Bonzour tou dimoun, byenveni Sesel!

(kreolisch: Hallo zusammen, willkommen auf den Seychellen)


Heute Morgen liefen wir früh in Mahé ein. Schon beim ersten Blick vom Balkon aus war da dieses besondere Gefühl: tropische Wärme, sattes Grün, sanfte Hügel und dieses unglaubliche Blau des Indischen Ozeans. Die Seychellen wirken fast unwirklich. Wie gemalt. Wie eine Erinnerung an eine Welt, die irgendwo zwischen Traum und Realität existiert.


Die Luft fühlte sich weich an. Schwer von Feuchtigkeit, Salz und dem Duft tropischer Pflanzen. Und über allem dieses Licht. Dieses warme, helle Licht, das Farben intensiver erscheinen lässt als irgendwo sonst.


Die Seychellen bestehen aus 115 Inseln mitten im Indischen Ozean. Viele verbinden mit ihnen einfach Luxus und Postkartenstrände. Doch die Inseln sind viel mehr. Eine faszinierende Mischung aus afrikanischen, französischen, britischen und kreolischen Einflüssen. Man spürt sofort: Hier ticken die Uhren langsamer.


Der botanische Garten

Nachdem wir den Hafen verlassen hatten, führte uns unser erster Weg zum botanischen Garten von Mahé.


Schon beim Betreten veränderte sich die Stimmung sofort. Plötzlich wurde es ruhiger. Grüner. Tropischer. Überall bewegten sich Palmenblätter im warmen Wind, exotische Pflanzen leuchteten in intensiven Farben und zwischen den Wegen spazierten Riesenschildkröten gemächlich durch die Anlage.

Der botanische Garten der Seychellen ist weit mehr als nur eine gepflegte Parkanlage. Er wirkt fast wie ein kleines Spiegelbild der Inseln selbst. Tropische Pflanzen aus aller Welt treffen hier auf seltene einheimische Arten, riesige Palmen, duftende Blüten und natürlich die berühmte Coco de Mer. Aber mehr dazu weiter unten.


Ich merkte schnell: Das wird heute kein Ort für Hektik oder Sehenswürdigkeiten zum schnellen Abhaken.

Sondern ein Ort zum langsamen Entdecken, Geniessen, Staunen und Fotografieren.


Die Pflanzenwelt der Seychellen

Zwischen riesigen Palmen, tropischen Blüten und exotischen Pflanzen spürt man die unglaubliche Vielfalt der Seychellen besonders intensiv. Überall leuchten Farben, rascheln Blätter im warmen Wind und selbst kleine Details wirken wie sorgfältig von der Natur gestaltet. 🌴✨



Hibiskus

Der Hibiskus gehört für mich inzwischen fast untrennbar zu tropischen Inseln. Diese zarten Farben, die feinen Strukturen und der lange Blütenstempel wirken unglaublich elegant. Im Gegenlicht leuchtete die Blüte heute fast wie eine kleine Laterne im tropischen Garten.


Die rote Blüte im satten Grün

Elegant ragt diese intensive rote Blüte aus dem dichten Grün heraus. Tropische Pflanzen haben etwas Kraftvolles. Fast Stolzes. Gleichzeitig wirken sie im warmen Licht der Seychellen weich und harmonisch.


Der rote Tropen-Ingwer

Diese kräftig rote Pflanze gehört zur Familie der tropischen Ingwergewächse. Ihre glänzenden roten Formen wirken beinahe künstlich. Und genau das erstaunt mich hier immer wieder: Die Natur erschafft Formen und Farben, die fast zu schön wirken, um echt zu sein.


Kanonenkugelbaum-Blume

Sie wirkt fast surreal — mit ihren kräftigen Farben und der faszinierenden Form mitten im dichten Tropengrün. Besonders spannend: Aus diesen Blüten entstehen später riesige, kugelförmige Früchte, die tatsächlich an Kanonenkugeln erinnern. 🌴✨


Die rote Puderquastenblüte

Diese leuchtend rote Blüte wirkt fast wie ein kleines Feuerwerk der Natur. Die feinen roten Fäden ziehen sofort den Blick an — und mittendrin sammelt eine Biene ruhig ihren Nektar. Auf den Seychellen scheinen selbst die Blumen intensiver zu leuchten als anderswo.


Die Sternfrucht – Carambola

Diese Frucht kennt man bei uns meist nur geschnitten als dekorativen Stern auf einem Dessert. Hier wächst sie einfach am Baum. Die Carambola, auch Sternfrucht genannt, gehört zu den typischen tropischen Früchten der Region und schmeckt angenehm frisch und leicht süsslich.


Die violetten Blüten

Fast wie kleine Perlen reihen sich diese violetten Blüten entlang des Zweiges. Erst beim genauen Hinschauen erkennt man die unglaubliche Detailfülle dieser tropischen Pflanzenwelt. Die Natur der Seychellen wirkt oft wie sorgfältig komponiert.


Die Madagaskar-Immergrün-Blüte

Zwischen all den grossen tropischen Pflanzen fiel mir plötzlich diese kleine, feine Blüte auf. Schlicht, ruhig und gerade deshalb wunderschön. Die weissen Blätter mit dem roten Zentrum wirken fast wie gemalt und zeigen die leise, elegante Seite der Seychellen. 🌿✨


Zebrataube

Zwischen den tropischen Pflanzen lief plötzlich diese kleine Zebrataube durchs Gras. Mit ihren feinen Linien und den fast übergross wirkenden Augen wirkte sie gleichzeitig elegant und irgendwie herzig. 🕊️


Zebrataube auf den Seychellen
Zebrataube

Die Coco de Mer

Und dann begegnet man auf den Seychellen plötzlich dieser berühmten Kokosnuss: der Coco de Mer.


Sie gilt als eine der aussergewöhnlichsten Pflanzen der Welt. Und ehrlich gesagt: Wenn man sie zum ersten Mal sieht, versteht man sofort, weshalb sie so berühmt geworden ist.



Die Coco de Mer wächst ausschliesslich auf den Seychellen, vor allem auf den Inseln Praslin und Curieuse. Ihre Palme kann über 30 Meter hoch werden und gehört zu den eindrücklichsten Palmenarten überhaupt. Riesige fächerförmige Blätter bewegen sich im Wind fast wie überdimensionale Segel.


Berühmt wurde die Coco de Mer aber wegen ihrer Frucht.

Sie ist die grösste und schwerste Kokosnuss der Welt und kann über 20 Kilogramm wiegen. Manche brauchen sieben bis zehn Jahre, bis sie vollständig gereift sind.


Bettina präsentiert die Coco de mer
Betty präsentiert die Coco de Mer

Und dann natürlich ihre Form.

Denn die weibliche Coco de Mer sieht… sagen wir mal… erstaunlich menschlich aus. Viele sehen darin sofort das weibliche Becken oder den weiblichen Körper. Genau deshalb ranken sich seit Jahrhunderten unzählige Geschichten, Mythen und auch ziemlich viele zweideutige Witze um diese Frucht.


Die männlichen Blüten wiederum erinnern sehr deutlich an ein männliches Symbol. Und genau deshalb nennen viele die Coco de Mer scherzhaft die „romantischste“ oder „erotischste“ Pflanze der Welt.


Früher glaubten Seefahrer sogar, diese geheimnisvollen Nüsse würden tief unten auf dem Meeresgrund wachsen. Daher stammt auch ihr Name: Coco de Mer — „Kokosnuss des Meeres“. Wenn die Früchte ins Meer fielen und irgendwo anders angeschwemmt wurden, wusste lange niemand, woher sie eigentlich kamen.


Und natürlich gibt es auf den Seychellen unzählige Souvenirs, Kunstwerke und Postkarten rund um diese berühmte Form. Die Einheimischen gehen damit wunderbar entspannt und humorvoll um.


Ich musste heute jedenfalls mehr als einmal schmunzeln.



Und je länger man diese geheimnisvolle Frucht betrachtet, desto mehr versteht man die vielen Geschichten rund um die Coco de Mer.



Sie erinnert erstaunlich stark an die weibliche Brust (linkes Bild). Und tatsächlich erfüllt die Kokosnuss zu Beginn ihres Wachstums eine ähnliche Aufgabe: Sie speichert und spendet dem jungen Keimling über lange Zeit hinweg Nährstoffe und Energie. Fast wie die Natur selbst hier eine weibliche Symbolik erschaffen hätte. Auf dem rechten Bild sind die Kokosnüsse, die einem Po (siehe auch das erste Bild mit Betty) gleichen, zu sehen.

Vielleicht wirkt die Coco de Mer genau deshalb auf viele Menschen gleichzeitig geheimnisvoll, sinnlich und faszinierend.


Aber jenseits aller lustigen Geschichten ist diese Palme schlicht faszinierend. Langsam wachsend. Selten. Fast mystisch. Und irgendwie perfekt passend zu den Seychellen selbst: exotisch, eigenwillig und unvergesslich.


Die Aldabra-Riesenschildkröten

Und dann standen wir plötzlich vor diesen gewaltigen Schildkröten der Seychellen.

Langsam. Ruhig. Würdevoll.


Die Aldabra-Riesenschildkröten 🐢 gehören zu den grössten Landschildkröten der Welt und sind echte lebende Legenden. Manche von ihnen werden weit über 100 Jahre alt. Einige sogar über 150 Jahre. Wenn man vor ihnen steht, hat man fast das Gefühl, einem Wesen aus einer anderen Zeit zu begegnen.


Ihre Bewegungen wirken langsam, beinahe bedächtig. Aber genau darin liegt etwas Faszinierendes. Diese Tiere scheinen keine Eile zu kennen. Keine Hektik. Kein Stress. Sie gehen einfach ihren Weg. Zentimeter für Zentimeter. Seit Jahrzehnten.


Ursprünglich stammen sie vom abgelegenen Aldabra-Atoll der Seychellen, einem der unberührtesten Orte der Welt. Dort lebt bis heute die grösste Population dieser Riesenschildkröten. Dass sie überhaupt noch existieren, grenzt fast an ein Wunder. Viele ähnliche Arten auf anderen Inseln wurden leider längst ausgerottet.


Besonders beeindruckt haben mich ihre Gesichter. Diese alten Augen. Die faltige Haut. Der massive Panzer. Und gleichzeitig dieser friedliche Ausdruck. Man schaut sie an und muss automatisch lächeln.


Und ja… sie können überraschend lustig sein.



Beim Füttern strecken sie ihren Hals unglaublich weit nach vorne und öffnen das Maul mit einer Entschlossenheit, die man ihnen gar nicht zutrauen würde. Manche schmatzen laut. Andere wirken fast beleidigt, wenn sie nicht sofort etwas bekommen. Und trotz ihrer gemütlichen Art können sie plötzlich erstaunlich schnell werden, sobald Futter ins Spiel kommt.


Riesenschildkröte

Ich musste mehrmals schmunzeln.


Diese riesigen Urzeitwesen haben etwas unglaublich Sympathisches. Fast etwas Schrulliges. Als würden sie sagen: „Ganz ruhig. Das Leben dauert lange genug.“ Und vielleicht ist genau das ihre stille Botschaft. Vor allem kann ich von ihnen Geduld lernen. 😌


Während wir Menschen ständig hetzen, Termine planen und durch die Welt eilen, stehen diese Schildkröten einfach da. Seit Jahrzehnten. Vielleicht seit über einem Jahrhundert. Unter derselben tropischen Sonne. Zwischen denselben Granitfelsen und Palmen.


Eine Begegnung, die mich heute tief berührt hat.


Nun ging es weiter nach Victoria — in die kleinste Hauptstadt der Welt, die mit ihrer kreolischen Gelassenheit perfekt zu diesem entspannten Tag auf den Seychellen passte.


Die Hauptstadt

Victoria wirkt auf den ersten Blick fast unscheinbar. Keine riesigen Wolkenkratzer. Kein hektisches Grossstadtgefühl. Und genau das macht diese Hauptstadt so besonders. Mit rund 30’000 Einwohnern gilt Victoria als eine der kleinsten Hauptstädte der Welt. Und trotzdem spürt man hier das Herz der Seychellen.


Zum Vergleich: Die Stadt Bern hat ungefähr 145’000 Einwohner — also fast fünfmal mehr. Und dann der komplette Gegensatz: Die grösste Hauptstadt der Welt ist Tokio mit ihrer riesigen Metropolregion. Dort leben rund 37 Millionen Menschen. Oder anders gesagt: In der Metropolregion Tokio leben über 1200-mal mehr Menschen als in Victoria. 🤯


Und genau das spürt man auch sofort. Victoria fühlt sich eher wie eine entspannte tropische Kleinstadt an als wie eine klassische Hauptstadt. Keine Hochhäuser-Schluchten, keine Menschenmassen, kein permanenter Verkehrslärm. Stattdessen Palmen, kreolische Häuser, kleine Märkte und das Meer immer irgendwo in der Nähe.


Die Stadt wirkt wie eine Mischung aus Tropeninsel, kolonialer Vergangenheit und kreolischer Gelassenheit. Bunte Häuser stehen neben alten Kolonialgebäuden. Kleine Geschäfte wechseln sich mit Märkten, Tempeln, Kirchen und Cafés ab. Alles wirkt überschaubar. Fast familiär.


Besonders gefallen haben mir die Farben der Stadt.

Diese bunten Fassaden, Fensterläden und Häuserfronten passen perfekt zu den Seychellen. Nichts wirkt geschniegelt oder perfekt geschniegelt-touristisch. Victoria hat Ecken und Charakter.



Das zweite Bild zeigt eines der bekanntesten historischen Details der Stadt: den kleinen Brunnen mit der Statue von Königin Victoria. Sie erinnert bis heute an die britische Kolonialzeit der Seychellen. Überhaupt begegnet man in Victoria immer wieder den Spuren der französischen und britischen Vergangenheit.


Und gleichzeitig ist Victoria heute eine unglaublich kulturelle Mischung. Afrikanische Wurzeln, europäische Einflüsse, indische Kultur und kreolisches Lebensgefühl verschmelzen hier ganz selbstverständlich miteinander.


Was mich besonders faszinierte: Selbst in einer Hauptstadt scheint hier alles etwas langsamer zu gehen. Menschen sitzen im Schatten, plaudern miteinander oder schlendern gemütlich durch die Strassen. Keine Hektik. Kein Lärm einer Millionenstadt. Vielleicht ist Victoria genau deshalb so sympathisch. Okay, es war Sonntag heute und die Geschäfte hatten geschlossen.


Zwei religiöse Welten auf den Seychellen

Heute habe ich auf den Seychellen zwei völlig unterschiedliche religiöse Welten erlebt — und genau das machte diesen Moment so faszinierend.


Katholische Kirche auf den Seychellen
Der Bischof der Seychellen startet gleich die Sonntagsmesse

Zuerst standen wir in einer katholischen Kirche. Ruhig. Feierlich. Andächtig. Die Menschen sassen still in den Bänken. Man hörte nur leise Stimmen, das Rascheln der Kleidung und die sanften Worte der Messe. Das Licht fiel weich durch die farbigen Kirchenfenster. Alles wirkte ruhig und getragen.


Die meisten der rund 130’000 Einwohner der Seychellen sind katholisch geprägt. Das geht zurück auf den starken französischen Einfluss der Inseln.


Der katholische Glaube gehört hier bis heute ganz selbstverständlich zum Alltag der meisten Menschen.






Und wenig später standen wir plötzlich vor diesem prachtvollen Hindu-Tempel mitten in Victoria.

Ein völliger Kontrast.


Hindutempel auf den Seychellen
Hindutempel

Farbeprächtig. Detailreich. Lauter. Lebendiger.

Aus dem Tempel hörte man rhythmische Musik, Trommeln und Flötenklänge der Nadaswaram (Doppelrohrblatt-Flöte). Menschen bewegten sich ein und aus. Räucherdüfte lagen in der Luft. Überall Figuren, Ornamente und Farben. Fast überwältigend schön.


Der Tempel gehört zur hinduistischen Gemeinschaft der Seychellen, deren Wurzeln vor allem aus Indien stammen. Viele Menschen kamen einst als Händler oder Arbeiter auf die Inseln und prägen bis heute das kulturelle Leben mit.


Mich faszinierte heute vor allem, wie friedlich diese unterschiedlichen Religionen hier nebeneinander existieren.




Die stille Ruhe der katholischen Kirche. Die rhythmische Lebendigkeit des Hindu-Tempels. Zwei völlig unterschiedliche Arten zu glauben. Und beide gehören ganz selbstverständlich zu den Seychellen.


Die berühmten Granitfelsen

Und dann stehen sie plötzlich vor dir. Diese berühmten Granitfelsen der Seychellen.


Gewaltig. Rund geschliffen. Fast wie Skulpturen, die seit Jahrtausenden vom Wind, vom Meer und von der Zeit geformt wurden. Manche wirken weich und sanft, obwohl sie aus hartem Granit bestehen. Genau das macht sie so faszinierend.


Zwischen den riesigen Felsen glitzert das türkisblaue Wasser. Kleine Wellen rollen an den hellen Sandstrand. Palmen neigen sich über die Buchten. Und überall dieses tropische Licht, das die Farben fast unwirklich erscheinen lässt.



Ich hatte diese Bilder oft gesehen. In Reisekatalogen. Auf Messen und Vorträgen. Auf Bildschirmen. Aber davor zu stehen, ist etwas völlig anderes.


Plötzlich versteht man, weshalb die Seychellen für viele Menschen als einer der schönsten Orte der Welt gelten. Nicht wegen Luxus oder Perfektion. Sondern wegen dieser unglaublichen Harmonie zwischen Meer, Licht, Felsen und Natur.


Ein Moment am Strand

Dieser kleine Kerl huschte heute plötzlich über den warmen Sand der Seychellen. Sein leuchtendes Grün wirkte fast unwirklich im hellen Licht des Strandes. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckte ich die feinen orangefarbenen Punkte auf seinem Rücken.


Wahrscheinlich ist es ein Seychellen-Taggecko oder eine der farbenprächtigen Echsenarten, die hier heimisch sind. Klein, aufmerksam und unglaublich elegant bewegte er sich über den Sand, als würde er genau wissen, dass diese Inseln auch sein kleines Paradies sind.


Ich mag solche Begegnungen. Nicht spektakulär. Nicht laut. Aber genau diese kleinen Momente machen eine Reise lebendig. Ein kurzer Augenblick zwischen tropischer Wärme, weissem Sand und dem Gefühl, mitten in einer anderen Welt angekommen zu sein.


Dieses Meer hatte heute etwas Beruhigendes. Fast Unwirkliches.


Am Strand auf den Seychellen

Das Wasser wechselte ständig seine Farben. Direkt am Strand glasklar und sanft. Wenige Meter weiter türkis. Dann wieder tiefblau bis hinaus zum Horizont. Dazwischen diese kleinen, ruhigen Wellen, die langsam über den hellen Sand glitten.


Ich stand einfach da und schaute hinaus. Ohne Eile. Ohne Gedanken an Zeit.


Vielleicht ist genau das die wahre Magie solcher Orte:

Nicht nur ihre Schönheit. Sondern dieses seltene Gefühl von Ruhe, das sie in einem auslösen. 🌴


Die Windräder

Wir liegen inzwischen ruhig im Hafen von Victoria. Und ich sitze gemütlich auf unserem Balkon der Regatta, mit Blick hinaus auf dieses unglaubliche Farbenspiel der Seychellen. Genau von hier aus entstand dieses Bild.


Das türkisfarbene Wasser wirkt fast unwirklich ruhig. Dahinter die grünen Hügel der Inseln. Und mitten in dieser tropischen Landschaft dreht sich langsam eines der neuen Windräder der Seychellen im warmen Wind des Indischen Ozeans.


Die Seychellen setzen seit einigen Jahren bewusst stärker auf erneuerbare Energien. Für einen Inselstaat ist das besonders wichtig, denn ein grosser Teil der Energie musste lange teuer mit Diesel erzeugt werden. Diese Windanlagen gehören zu einem modernen Energieprojekt rund um Mahé und Victoria und sollen helfen, unabhängiger und nachhaltiger zu werden.


Ich finde diesen Kontrast faszinierend: Eine hochmoderne Windturbine mitten in einer Landschaft, die gleichzeitig so ursprünglich und tropisch wirkt.



Und trotzdem passt es irgendwie wunderbar zusammen. Vielleicht gerade deshalb, weil die Seychellen wissen, wie wertvoll ihre Natur ist. Das Meer. Die Korallen. Die Wälder. Diese unglaubliche Landschaft.


Während sich die Rotorblätter langsam drehten, sass ich einfach da draussen auf unserem Balkon und schaute hinaus. Kein Stress. Kein Ziel. Nur dieser warme Wind, das ruhige Wasser und das Gefühl, gerade einen ganz besonderen Moment zu erleben.


Windrad Seychellen

Hinter dem Windrad liegen die Inseln des Sainte Anne Marine National Parks.

Und je länger ich auf diese Szene schaute, desto stimmiger wirkte sie auf mich. Tropische Natur, geschützte Inselwelt und moderne Technik — nicht gegeneinander, sondern überraschend harmonisch miteinander.


Dem Paradies ganz nah

Die Seychellen waren für mich weit mehr als nur ein tropisches Paradies.


Es waren nicht nur die Traumstrände, das türkisfarbene Meer oder die berühmten Granitfelsen. Es waren auch die stillen Momente dazwischen. Die Riesenschildkröten mit ihrer gelassenen Ruhe. Die Farben der tropischen Pflanzen. Die Coco de Mer mit ihren geheimnisvollen Geschichten. Die Gegensätze zwischen katholischer Kirche und hinduistischem Tempel. Und dieses entspannte kreolische Lebensgefühl, das überall spürbar ist.


Und vielleicht war genau das für mich der Unterschied zu den Malediven. Die Malediven wirken wie perfekte Inselträume. Wunderschön. Fast surreal schön. Die Seychellen hingegen fühlen sich für mich lebendiger, ursprünglicher und stimmiger an. Hier gibt es nicht nur das Meer und die Resorts, sondern auch Berge, Regenwald, Kultur, Farben, Tiere, Menschen und Geschichte. Alles zusammen wirkt wie ein harmonisches Ganzes.



Vielleicht kommt das für mich dem Paradies sogar noch etwas näher.

Während die Regatta am Abend langsam wieder aus dem Hafen von Victoria hinausglitt, stand ich nochmals auf dem Balkon und blickte zurück auf die grünen Inseln der Seychellen.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Reisen: Dass Orte nicht nur Bilder hinterlassen, sondern und vor allem auch Gefühle.


Hakuna Matata!

(mach dir keine Sorgen, alles gut!)


Und die Seychellen werden für mich immer nach warmem Wind, tropischer Luft, ruhigem Meer und kreolischer Gelassenheit klingen.


Mersi bokou Sesel… orevwar. 🌴

(kreolisch: Dankeschön Seychellen, auf Wiedersehen)


… und die Reise geht leise weiter … 🛳️ 


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