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Zwischen Meer und besonderen Momenten

  • Autorenbild: Daniel Kneubühl
    Daniel Kneubühl
  • vor 18 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Halbzeit auf dem Indischen Ozean

Heute haben wir die Halbzeit dieser Reise erreicht. Und ehrlich gesagt fühlt es sich seltsam an.

Einerseits kommt es mir vor, als wären wir gerade erst in Singapur angekommen. Andererseits haben wir bereits unglaublich viel erlebt. Länder. Menschen. Gerüche. Tiere. Städte. Gespräche. Lichtstimmungen. Gewitter. Sonnenuntergänge. Seetage. Vielleicht verändert das Leben auf einem Schiff auch das Zeitgefühl, nicht nur wegen den Zeitverschiebungen alle 2 Tage.


Jeden Morgen wacht man an einem anderen Ort auf. Und trotzdem entsteht gleichzeitig eine gewisse Ruhe. Eine Entschleunigung. Kein Alltag. Kein Termindruck. Dafür Meerblick, Wind, Gespräche und dieses Gefühl, unterwegs zu sein.


Ich merke, wie gut mir dieses Leben auf See gefällt.


So viele unterschiedliche Länder und Eindrücke in kurzer Zeit. Und dazwischen immer wieder Tage auf dem Meer, an denen man Gedanken nachhängen kann. Zeit zum Fotografieren. Zeit zum Schreiben. Zeit für Gespräche.


Und manchmal entstehen auf Reisen Begegnungen, die überraschen. Spannend, wie schnell Sympathie funktionieren kann. Wie man das Gefühl bekommt, Menschen schon Jahre zu kennen. Danke Birgit und Hans, Roger und Beni für die schönen Gespräche und Begegnungen auf dieser Reise.


Vielleicht ist genau das das Schönste am Reisen: Nicht nur Orte entdecken. Sondern Menschen.


Kuala Lumpur – zwischen Stahl, Licht und Visionen

Kuala Lumpur hat mich überrascht. Und fasziniert. Diese Stadt wirkt wie ein Blick in die Zukunft. Überall wachsen Wolkenkratzer in den Himmel. Glas. Stahl. Licht. Architektur, die fast unwirklich erscheint.


Petronas Twin Towers Kuala Lumpur
Petronas Tower, KL

Besonders die Petronas Twin Towers haben mich beeindruckt. Nicht nur wegen ihrer Höhe. Sondern wegen ihrer Eleganz. Wenn man direkt darunter steht und nach oben blickt, wirken sie fast endlos.


Ich ertappte mich immer wieder dabei, einfach stehen zu bleiben und diese Gebäude anzuschauen. Und gleichzeitig fragte ich mich, wie Menschen überhaupt fähig sind, solche Konstruktionen zu planen, zu bauen und zu unterhalten.


Kuala Lumpur war für mich aber mehr als nur Architektur. Die Stadt hat Energie. Dynamik. Vielfalt. Moderne Wolkenkratzer neben Märkten, Tempeln und Strassen-küchen. Luxus neben dem Alltag.


Am Mittag assen wir in einem Fünfsternehotel lokale Spezialitäten. Outstanding. Nicht nur das Essen selbst, sondern auch dieses Gefühl, mitten in einer völlig anderen Welt zu sitzen und einfach alles aufzusaugen.


Vielleicht liebe ich genau deshalb das Reisen so sehr: Weil man innerhalb weniger Tage zwischen vollkommen unterschiedlichen Welten wechseln kann. Von futuristischen Städten zu stillen Tierbegegnungen. Von Glasfassaden zu tropischen Regenwäldern. Von Millionenstädten zur Ruhe des offenen Meeres.


Die kleinen Begegnungen

Auf Reisen sucht man oft nach den grossen Momenten. Nach Leoparden. Krokodilen. Spektakulären Szenen. Und doch bleiben mir manchmal ganz andere Begegnungen besonders in Erinnerung. Dieser kleine Vogel in Sri Lanka gehört dazu.


Bee-eater
Bronzescheitel-Smaragdspint (Bee-eater)

Ich weiss noch genau, wie ruhig dieser Moment war. Kein hektisches Fotografieren. Kein Gedränge. Nur dieser kleine, unglaublich farbige Vogel auf einem Ast mitten in der Natur. Und ich musste den Fahrer darauf aufmerksam machen, doch kurz anzuhalten.


Vielleicht habe ich gerade deshalb wieder so viel Freude an der Fotografie gefunden, weil sie den Blick verändert. Man beginnt genauer hinzusehen. Nicht nur auf das Spektakuläre. Sondern auf Details. Farben. Licht. Kleine Augenblicke. Kleine Geschichten.


Schon früher haben mich auf Safaris nicht nur die grossen Tiere fasziniert. Bereits in Botswana fotografierte ich begeistert Vögel und all die kleinen Szenen rundherum. Und auch in Sri Lanka merkte ich wieder, wie sehr mich gerade diese stillen Momente anziehen.


Nicht immer sind es die grossen Sensationen, die bleiben. Manchmal ist es einfach ein kleiner Vogel auf einem Ast, schönes Licht oder ein kurzer stiller Augenblick mitten in der Natur.


Und genau diese Ruhe spüre ich inzwischen oft auf dieser Reise. Bewusster sehen. Weniger suchen. Mehr entdecken.


Die sanften Riesen Sri Lankas

Die Begegnungen mit den Elefanten in Sri Lanka gehören für mich zu den eindrücklichsten Momenten dieser Reise. Diese Tiere strahlen etwas aus, das schwer zu beschreiben ist. Kraft. Ruhe. Würde. Und gleichzeitig eine unglaubliche Sanftheit.


Elefant
Sri Lanka Elefant

Als dieser Elefant langsam auf mich zukam, wurde mir einmal mehr bewusst, wie klein wir Menschen eigentlich sind. Jeder Schritt wirkte ruhig und kontrolliert. Kein hektisches Verhalten. Keine Aggression. Nur diese stille Präsenz.


Vielleicht faszinieren mich Elefanten auch deshalb so sehr, weil sie trotz ihrer Grösse etwas Friedliches ausstrahlen.


Sri Lanka hat mich ohnehin tief beeindruckt. Die Natur. Die Menschen. Die Farben. Die Tierwelt. Und immer wieder diese Mischung aus Schönheit und Nachdenklichkeit.


Für mich gehören genau solche Begegnungen zu den wertvollsten Erinnerungen dieser Reise. Nicht spektakulär inszeniert. Sondern echt.




Die stillen Begegnungen

Manche Bilder bleiben nicht wegen ihrer Perfektion in Erinnerung. Sondern wegen dem Gefühl, das sie auslösen. Diese Meeresschildkröte gehört für mich dazu.


grüne Meeresschildkröte
grüne Meeresschildkröte

Wir besuchten eine Auffangstation, in der verletzte Tiere gepflegt und wieder aufgepäppelt werden. Viele von ihnen wurden durch Fischernetze verletzt. Manche verlieren Flossen. Andere schaffen den Weg zurück ins offene Meer nie mehr ganz. Tragisch und traurig. Und trotzdem strahlen diese Tiere etwas Ruhiges aus.


Ich stand lange vor diesem Becken und beobachtete diese Schildkröte. Langsam. Still. Fast friedlich. Und gleichzeitig dachte ich darüber nach, wie stark der Mensch selbst die entferntesten Winkel dieser Erde beeinflusst. Solche Momente gehören für mich zu den wertvollsten auf Reisen. Nicht weil sie spektakulär sind, sondern weil sie etwas in einem auslösen.


Hinter Gittern

Die Tierwelt hat mich auf dieser Reise besonders berührt. Die Safari in Sri Lanka. Die Schildkröten. Die Elefanten. Die Affen. Und dann diese Gibbons in Thailand. Dieses Bild werde ich nicht vergessen.


Gibbons
Gibbon

Nicht nur wegen des Tieres selbst. Sondern wegen der Geschichte dahinter. Viele dieser Gibbons wurden aus schlechter Haltung oder aus touristischen Attraktionen gerettet. Tiere, die eigentlich frei durch die Wälder schwingen sollten.


Und plötzlich schaut man nicht einfach durch einen Sucher auf ein schönes Motiv. Sondern man beginnt nachzudenken. Über Freiheit. Über Verantwortung. Über den Umgang des Menschen mit der Natur. Das stimmt mich traurig. Vielleicht berühren mich Tierbegegnungen deshalb immer so stark. Weil Tiere nichts vorspielen. Ihre Blicke sind ehrlich. Direkt. Echt.


Der Lotus Tower von Colombo

Als wir Colombo wieder verliessen, leuchtete plötzlich der Lotus Tower über der Stadt. Fast surreal. Wie ein farbiger Lichtpunkt in der warmen Nacht Sri Lankas. Und er wechselte die Farben.


Lotus Tower
Lotus Tower, Colombo, Sri Lanka

Ich hätte diesen Turm gerne besucht. Gerne wäre ich dort oben gestanden und hätte über Colombo geblickt. Aber auf Reisen reicht die Zeit manchmal einfach nicht für alles. Und vielleicht ist genau das auch gut so.


Reisen bedeutet nicht, jede Sehenswürdigkeit abzuhaken. Nicht alles perfekt geplant zu haben. Sondern Momente mitzunehmen. Eindrücke. Stimmungen.

Manche Orte erlebt man intensiv. Andere streift man nur kurz. Und trotzdem bleiben sie in Erinnerung.

Der Lotus Tower wurde für mich genau so ein Moment. Nicht von innen erlebt. Nicht von oben fotografiert. Sondern aus der Distanz. Vom Schiff aus. Nachts. Still. Fast wie ein letzter farbiger Gruss von Sri Lanka.



Mein 60. Geburtstag auf den Malediven

Es gibt Geburtstage. Und es gibt Momente, die man ein Leben lang mit sich trägt. Meinen 60. Geburtstag durfte ich auf den Malediven verbringen. Mitten im Indischen Ozean. Umgeben von diesem unglaublichen Wasser, das fast unwirklich wirkt. Türkis. Klar. Ruhig.


Malediven
türkisfarbenes Meer auf den Malediven

Ich stand lange einfach nur da und blickte hinaus aufs Meer. Ohne Eile. Ohne Termine. Nur dieser Moment.

Vielleicht ist genau das heute für mich echter Luxus geworden: Zeit haben. Staunen können. Orte bewusst erleben dürfen.

Die Unterwasserwelt wäre sicher erstaunlich gewesen. Dieses klare Wasser. Die Farben. Das Leben unter der Oberfläche. Und gleichzeitig diese fast vollständige Ruhe auf der Insel.

Es war kein Geburtstag voller Jubeltrubel oder grosser Inszenierung. Sondern einer voller Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, gesund zu sein. Reisen zu dürfen. Fotografieren zu können. Solche Augenblicke erleben zu dürfen. Und sie mit Menschen teilen zu können, die mir wichtig sind.


Die Regatta in der blauen Stunde

Dieses Schiff ist in den letzten zwei Wochen fast zu einem kleinen Zuhause geworden. Fast jeden Morgen an einem anderen Ort aufwachen. Neue Länder entdecken. Neue Menschen treffen. Und dazwischen immer wieder diese ruhigen Stunden auf See.


Oceania Regatta
Oceania Regatta in der blauen Stunde

Ich mag diese Stimmung an Bord sehr. Besonders am Abend. Wenn langsam Ruhe einkehrt. Wenn das Licht weicher wird und das Meer fast mit dem Himmel verschmilzt.

Dieses Bild entstand an meinem Geburtstag während der blauen Stunde. Für mich gehört es zu den Bildern, die diese Reise besonders gut zusammenfassen.

Die Oceania Regatta ist kein riesiges Kreuzfahrtschiff mit Wasserparks und Daueranimation. Und genau das gefällt mir. Sie wirkt persönlicher. Ruhiger. Fast stilvoll entschleunigt. Vielleicht passt genau deshalb diese Reise gerade so gut zu mir. Zeit zum Beobachten. Zeit zum Fotografieren. Zeit zum Schreiben. Zeit für Gespräche. Und manchmal einfach Zeit, um still aufs Meer hinauszuschauen.


Wenn ich heute auf die erste Hälfte dieser Reise zurückblicke, dann bleiben nicht nur Orte oder Sehenswürdigkeiten. Sondern Stimmungen. Begegnungen. Licht. Farben. Gedanken.


Und genau dafür bin ich dankbar.

… und die Reise geht leise weiter … 🛳️ … zu den Seychellen

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