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Zwischen Safariwegen und stillen Blicken

  • Autorenbild: Daniel Kneubühl
    Daniel Kneubühl
  • 27. Mai
  • 6 Min. Lesezeit

Heute hiess es wieder: Safari-Tag. 🦒


Das Tala Game Reserve

Wir erkunden das Tala Game Reserve, unweit von Durban.


Schon die Fahrt dorthin fühlte sich anders an als gestern in Richards Bay. Südafrika wirkt weiter. Offener. Die Landschaft verändert sich ständig. Sanfte Hügel, grüne Ebenen, kleine Häuser, Strassenstände am Wegrand und immer wieder diese besondere afrikanische Stimmung, die man kaum erklären kann. Man spürt sie einfach.


Im Tala Game Reserve angekommen, wartete bereits unser offener Safari-Jeep. Und kaum fuhren wir los, begann sie wieder — diese Mischung aus Spannung, Ruhe und kindlichem Staunen. Denn auf einer Safari weiss man nie, was hinter der nächsten Kurve auftaucht.


Und genau das liebe ich daran.


Die Tiere erscheinen nicht wie in einem Zoo. Sie gehören hierher. Sie bewegen sich frei durch diese Landschaft. Wir sind nur Gäste in ihrer Welt.


Was mich auf Safaris aber fast genauso berührt wie die Tiere selbst, ist die Stimmung dazwischen: Der Wind im offenen Jeep. Das Licht über der Savanne. Der Geruch von Erde und Gras. Die Ruhe während alle plötzlich einfach nur schauen.


Fotografisch war dieser Tag ebenfalls besonders schön. Das warme Licht Afrikas verleiht den Bildern eine unglaubliche Tiefe. Mal weich und golden, dann wieder kräftig und kontrastreich. Und immer wieder dieses Gefühl, dass nicht Perfektion zählt, sondern der Moment.


Die Giraffen Afrikas

Giraffen berühren mich jedes Mal aufs Neue. Vielleicht weil sie etwas in sich tragen, das gleichzeitig kraftvoll und unglaublich sanft wirkt.


Wenn sie durch die Savanne gehen, scheint alles langsamer zu werden. Jeder Schritt wirkt ruhig. Bedacht. Fast elegant. Und doch sind diese Tiere riesig. Gewaltig eigentlich. Aber keine Spur von Hektik oder Aggressivität.



Heute standen plötzlich mehrere Giraffen ganz nah bei unserem Jeep. Sie beobachteten uns mit ihren grossen, dunklen Augen, während der Wind sanft durch die Büsche strich. Für einen Moment sagte niemand mehr etwas. Wir schauten einfach nur.


Mich fasziniert auch ihre Art zu fressen. Diese langen Bewegungen des Halses. Die Ruhe dabei. Und wie sie scheinbar mühelos genau die Blätter erreichen, die für andere Tiere unerreichbar bleiben.


Und fotografisch sind Giraffen einfach wunderschön. Ihre Formen. Die Muster ihres Fells. Die Silhouetten gegen den afrikanischen Himmel.


Vielleicht sind Giraffen genau deshalb für mich ein Sinnbild Afrikas:

ruhig, elegant, frei und voller Würde. 🦒



Die stillen Künstler der Savanne

Zebras faszinieren mich unglaublich.

Nicht nur wegen ihrer Schönheit — sondern weil jedes einzelne Zebra einzigartig ist. Keine Streifenmuster gleichen sich exakt. Die Natur erschafft hier ihre ganz eigene Kunst.


Heute konnten wir sie ganz ruhig beobachten. Eine kleine Herde stand mitten im trockenen Grasland der Savanne. Ein Jungtier trank bei seiner Mutter, während rundherum völlige Ruhe herrschte. Solche Momente wirken fast zärtlich. Still. Vertrauensvoll.


Etwas später sahen wir ein Zebra, das sich genüsslich im Staub wälzte. Die Beine in der Luft, Staubwolken um den Körper, daneben die anderen Tiere, die aufmerksam wachten. Genau solche Szenen liebe ich auf Safaris. Nicht die spektakuläre Jagd. Nicht das grosse Drama. Sondern diese kleinen Augenblicke echten Tierlebens.



Und fotografisch sind Zebras natürlich ein Traum.

Diese grafischen Muster. Die starken Kontraste. Die klaren Linien im warmen afrikanischen Licht. Fast wie Schwarzweissfotografie mitten in der Natur.


Vielleicht berühren mich Zebras genau deshalb so sehr: Weil sie gleichzeitig wild und friedlich wirken. Elegant und verspielt. Kraftvoll und sanft.


Und irgendwo zwischen Staub, Licht und diesen schwarzweissen Mustern entsteht plötzlich wieder dieses Gefühl von Afrika, das man nicht erklären kann — sondern nur erleben. 🦓


Die stillen Giganten des Wassers

Und dann waren da plötzlich die Hippos. Mitten im Wasser. Fast regungslos. Und genau dadurch unglaublich eindrücklich.


Auf den ersten Blick wirken Flusspferde beinahe gemütlich. Fast träge. Doch wenn man sie beobachtet, spürt man sofort ihre gewaltige Kraft. Diese massiven Körper, die scheinbar schwerelos im Wasser treiben, haben etwas Respektgebietendes.


Heute ragten nur Köpfe und Rücken aus dem Wasser. Dazwischen dieses Glitzern der afrikanischen Sonne auf der Wasseroberfläche. Alles wirkte ruhig. Friedlich. Fast meditativ.



Und trotzdem weiss man: Hippos gehören zu den gefährlichsten Tieren Afrikas. Vielleicht ist es genau dieser Gegensatz, der sie so faszinierend macht. Diese Mischung aus Ruhe und unbändiger Kraft.


Ich mochte besonders diese Stimmung am Rand dieses grossen Sees. Das leise Plätschern. Die Vögel im Schilf. Das glitzernde Licht über dem Wasser. Und mittendrin diese dunklen Silhouetten der Hippos, die immer wieder kurz auftauchten und wieder verschwanden.


Fotografisch liebe ich solche Szenen. Nicht spektakulär im klassischen Sinn. Keine Action. Kein Drama. Sondern einfach Atmosphäre. Licht. Ruhe. Afrika.


Und manchmal erzählen genau diese stillen Bilder die schönsten Geschichten. 🦛


Die kleinen Beobachter der Savanne

Zwischen all den grossen Tieren Afrikas vergisst man fast manchmal die kleinen Bewohner der Savanne. Und genau deshalb liebe ich solche Begegnungen besonders.


Plötzlich sass dieser kleine Affe mitten im Geäst eines Baumes und beobachtete uns ganz aufmerksam. Wahrscheinlich ein junger Vervet-Affe — neugierig, wachsam und gleichzeitig vorsichtig. Sein dunkles Gesicht und das helle Fell wirkten fast wie gemalt zwischen den Ästen und dem flimmernden Licht der afrikanischen Sonne.


Ich mag solche stillen Momente.

Keine spektakuläre Szene. Kein grosses Drama. Einfach ein kleiner Affe in einem Baum. Und trotzdem blieb genau dieser Augenblick hängen.



Diese Affen bewegen sich unglaublich geschickt durch die Bäume. Schnell. Elegant. Fast spielerisch. Und doch halten sie immer wieder inne, beobachten ihre Umgebung und verschwinden im nächsten Moment wieder lautlos im Dickicht.


Fotografisch war das gar nicht so einfach. Das dichte Geäst, das wechselnde Licht, die vielen Schatten. Aber genau das macht solche Bilder spannend. Nicht perfekt geschniegelt — sondern echt. Wild. Natürlich.


Und vielleicht erzählen gerade diese kleinen Begegnungen am meisten über Afrika:

Dass Schönheit oft ganz leise auftaucht. 🐒


Der Strauss — Afrikas eigenwilliger Gigant

Und plötzlich stand er da. Ein Strauss. Gross, stolz und irgendwie gleichzeitig elegant und leicht unbeholfen. Schwarz das Männchen, grau das Weibchen.


Ich musste schmunzeln, als er mit seinen langen Beinen über die Savanne lief. Strausse wirken fast ein bisschen surreal. Wie Wesen aus einer anderen Zeit. Riesige Vögel, die nicht fliegen können — und trotzdem perfekt hierher passen.


Besonders faszinierend finde ich ihren Kontrast: dieser mächtige Körper, das weiche Gefieder und dazu diese unglaublichen Augen, die aufmerksam jede Bewegung wahrnehmen.



Strausse können übrigens erstaunlich schnell rennen. Viel schneller, als man es ihnen zutrauen würde. Und wenn sie durch die Savanne laufen, entsteht fast etwas Rhythmisches in ihren Bewegungen.


Der Strauss: Etwas eigenwillig. Etwas skurril. Und gerade dadurch wunderschön.


Die eleganten Wächter der Savanne

Immer wieder begegneten wir heute Antilopen. Elegant. Wachsam. Fast lautlos bewegen sie sich durch das hohe Gras Afrikas.


Besonders diese Tiere mit ihren geschwungenen Hörnern wirkten unglaublich schön im warmen Licht der Savanne. Für einen kurzen Moment blieb eines der Tiere stehen und schaute direkt zu uns herüber. Ruhig. Konzentriert. Wachsam.


Ich liebe solche Begegnungen.



Antilopen gehören vielleicht nicht zu den Tieren, wegen denen Menschen nach Afrika reisen. Viele warten auf Löwen oder Elefanten. Aber gerade diese grazilen Tiere prägen für mich das Bild der afrikanischen Landschaft ganz besonders.


Ihre Bewegungen wirken leicht und fast tänzerisch. Und gleichzeitig spürt man immer ihre Aufmerksamkeit. Ihre Ohren. Ihre Augen. Jeder Muskel scheint bereit für die nächste Bewegung.


Fotografisch mag ich an diesem Bild vor allem die Tiefe. Die Tiere zwischen den Bäumen und dem trockenen Gras, dazu dieses weiche Spiel aus Licht und Schatten. Afrika zeigt sich hier nicht laut oder spektakulär — sondern ruhig, natürlich und voller Atmosphäre.


Und vielleicht erzählen genau solche Tiere etwas Wichtiges über die Savanne:

Dass Schönheit oft nicht im Dramatischen liegt, sondern in der Eleganz des Einfachen. 🦌


Die stillen Kolosse Afrikas

Und dann begegneten wir ihnen wieder: den Nashörnern.

Massiv. Kraftvoll. Eindrucksvoll.


Es ist ein ganz besonderes Gefühl, einem Nashorn in freier Natur gegenüberzustehen. Diese Tiere wirken fast urzeitlich. Als würden sie aus einer anderen Welt stammen. Schwer. Robust. Und gleichzeitig erstaunlich ruhig.


Heute standen sie ganz entspannt im Grasland der Savanne. Sie bewegten sich langsam, beinahe gemächlich, und doch spürte man sofort ihre enorme Kraft. Genau dieser Gegensatz fasziniert mich.


Was mich bei Nashörnern aber immer auch nachdenklich macht, ist ihre Geschichte. Zu wissen, wie bedroht diese Tiere vielerorts sind, verändert den Blick auf solche Begegnungen. Man schaut sie nicht einfach nur an — man schätzt den Moment viel bewusster.



Fotografisch liebe ich ihre Formen. Diese gewaltigen Körper im weichen Licht Afrikas. Die raue Haut. Die klaren Silhouetten gegen die weite Landschaft.


Und vielleicht liegt genau darin ihre besondere Wirkung:

Nashörner müssen nichts beweisen. Ihre stille Präsenz allein erfüllt bereits die ganze Savanne. 🦏


Begegnung am Wasserloch

Ein Moment, der mir ebenfalls geblieben ist, war die Begegnung mit einem Warzenschwein am Wasserloch.



Auf Bildern wirken Warzenschweine oft fast etwas lustig oder unbeholfen. Mit ihrem borstigen Fell, den grossen Köpfen und den markanten Hauern gehören sie wohl kaum zu den „klassischen Schönheiten“ Afrikas. Doch wenn man sie in freier Natur beobachtet, verändert sich der Blick plötzlich.


Das Tier entfernte sich vorsichtig vom Wasser. Wachsam. Immer wieder schaute es auf, lauschte in die Umgebung. In Afrika bedeutet selbst ein ruhiges Wasserloch nie automatisch Sicherheit.


Gerade solche Szenen faszinieren mich zunehmend. Nicht die grossen Spektakel. Sondern diese stillen Augenblicke, in denen man spürt, wie aufmerksam und fein abgestimmt das Leben in der Wildnis funktioniert.


Und irgendwie passte dieses Warzenschwein perfekt zu Afrika: etwas rau, eigenwillig, voller Charakter — und gerade deshalb wunderschön. 🐗


Afrika wirkt

Zurück auf der MS Regatta blickten wir beim Auslaufen aus Durban nochmals auf die schon stark eingedunkelte Küste Südafrikas.


Und ich dachte einmal mehr daran, wie privilegiert wir sind, solche Momente erleben zu dürfen.


… und die Reise geht weiter … 🛳️ 





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